Frauenrechte: Heuchlerische Empörung über Wahl Saudi-Arabiens

Mit Saudi-Arabien wurde letzte Woche eines der frauenfeindlichsten Länder zum Mitglied der UN-Frauenrechtskommission gewählt. Die Empörung darüber ist weltweit gross. Und das mit Recht! Doch sind die westlichen Vertreter in der Commission of the Status of Woman (CSW) wirklich besser?

„Saudi Arabien für den Schutz der Frauenrechte zu wählen ist, als würde man einen Brandstifter zum Hauptfeuerwehrmann in der Stadt machen. Das ist absurd – und moralisch verwerflich“, so Hillel Neuer, Vorsitzender der NGO „UN Watch“ zur Wahl des wahhabitischen Saudi Arabiens in die 45-köpfige Kommission. Der Vergleich trifft. Doch dürfen wir nicht übersehen, dass auch westliche Staaten Haltungen vertreten, die schwerwiegende Verstösse gegen Menschenrechte darstellen. So versuchen diese seit Jahren, mit Hilfe der UNO ein weltweites Recht auf Abtreibung durchzusetzen, was dann wiederum auf den berechtigten Widerstand arabischer oder afrikanischer Länder stösst. Das universal gültige Verbot, unschuldige Menschen zu töten, spricht in diesem Fall gegen die westliche Doppelmoral.

Die Tötung ungeborener Kinder zu einem Frauen- bzw. Menschenrecht zu erklären ist nämlich mindestens ebenso absurd wie der fanatische Wille, eine Gesellschaftsordnung aufrecht zu erhalten, wo Frauen systematisch unterdrückt und als Bürger zweiter Klasse behandelt werden. Dies soll keine Entschuldigung für die Saudis und ihr frauenverachtendes Regime sein. Doch die Empörung im Westen über die Wahl des wahhabitischen Königreichs steht so in einem ganz anderen Licht da. Sie ist, wenn sie von Abtreibungsbefürwortern vorgetragen wird, einfach nur heuchlerisch!

Die Wahl Saudi-Arabiens in das Gremium, das die Einhaltung von Frauenrechten weltweit überprüfen soll, ist klar wirtschafts- und machtpolitisch motiviert. Mindestens fünf EU-Länder müssen Saudi-Arabien bei der geheimen Wahl unterstützt haben, berichtet „UN Watch“. Anderseits versuchen westliche Staaten und NGOs seit Jahren, dem Rest der Welt ein radikal gender-feministisches Gesellschaftsprogramm aufzuzwingen, was Papst Franziskus zurecht als „ideologische Kolonialisierung“ bezeichnet. Ob unter solchen Umständen die UNO und ihre Organe glaubwürdige Hüter der Menschenrechte sein und bleiben können, ist mehr als fraglich.