Jeder kennt sie und viele schätzen sie: die Menschenrechtsorganisation Amnesty International. Eigentlich wurde die Organisation zur Verteidigung der Rechte von Gefangenen und für die Freilassung von politischen Gefangenen gegründet. Heute liest man auf der Homepage von Amnesty: „Das Ziel von Amnesty International ist es, eine Welt zu schaffen, in der alle Menschen die in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und anderen internationalen Menschenrechtsinstrumenten festgeschriebenen Rechte geniessen. Um dieses Ziel zu erreichen, hat es sich Amnesty International zur Aufgabe gemacht, im Rahmen ihrer Arbeit zur Förderung aller Menschenrechte durch Ermittlungsarbeit und durch Aktionen schwerwiegende Verletzungen dieser Menschenrechte zu verhindern bzw. zu beenden. Amnesty International begreift sich als internationale Gemeinschaft von MenschenrechtsverteidigerInnen deren Grundprinzipien internationale Solidarität, wirksame Aktionen für das einzelne Opfer, globales Handeln, Universalität und Unteilbarkeit der Menschenrechte, Unparteilichkeit und Unabhängigkeit sowie Demokratie und gegenseitiger Respekt sind.“
Das klingt alles sehr gut und schön. Doch leider ist das nicht alles, was Amnesty macht. Schaut man genauer hin, so sieht man, dass Amnesty in den vergangenen Jahren zu einem der lautesten internationalen Akteure für Abtreibung geworden ist. Erschreckend für eine Organisation, die sich auf die Fahnen geschrieben hat, die Menschenrechte, also die Rechte FÜR Menschen – und dazu zählt eben auch Ungeborenen, Alte, Kranke usw. – zu vertreten. Für mich stellt sich hier tatsächlich die Frage: Kann man, wenn einem die Menschenrechte ein wirkliches Anliegen sind, guten Gewissens Amnesty International mit Zeit oder Geld wirklich noch fördern.

Selbst bei Amnesty scheint man sich nicht einig zu sein – die offene Unterstützung für Abtreibung kratzt an der Glaubwürdigkeit der Organisation und spaltet auch die eigenen Mitglieder. Spender und Förderer aus allen Nationen, Kulturen und Religionen, die eine konsequente und beständige Überzeugung hinsichtlich aller Menschenrechte haben, werden hier vor den Kopf gestossen.

Es ist eigentlich nichts neues, dass Amnesty für Abtreibung und für die Aushöhlung der natürlichen Familie lobbyiert. In Irland beispielsweise wurde die Organisation zu einem der lautesten und aufdringlichsten Abtreibungslobbyisten überhaupt. Das zentrale Motto in einer Kampagne dafür war, dass Abtreibung ein „Gesundheitsrecht“ sei. Weltweit startete Amnesty zudem eine Kampagne, die unter dem Slogan lief: „My Body, My Rights“. In diversen Ländern investiert Amnesty zahlreiche Spendengelder dafür, einflussreiche und teure Kampagnen für Abtreibung zu organisieren, v.a. in Südamerika. Und erst kürzlich (Juni 2015) intervenierte Amnesty beim UN-Menschenrechtsrecht. Die Organisation wollte, dass Abtreibung als „Menschenrecht“ deklariert wird. Im Antrag stand, dass das „Recht auf Schutz des Lebens vor der Geburt nicht gelte“ (Seite 49).

Amnesty International – eine Organisation auf Abwegen ihres Ursprungsgedanken. Viele Leute unterstützen die Menschenrechtsorganisation grosszügig und mit gutem Willen – oft aufgrund der guten Arbeit, die Amnesty in der Vergangenheit tatsächlich geleistet hat. Niemand will das in Abrede stellen. Aber der Blick auf die aktuellen Tätigkeiten zeigt, dass heute viele Menschen dem Irrtum zum Opfer fallen, dass Amnesty International sich nach wie vor ausschliesslich für die Einhaltung der Gesetze, für die Abschaffung der Folter, für die Freilassung politisch Gefangener usw. einsetzt. Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass Amnesty teilweise Aktivitäten setzt, die den Menschenrechten von Grund auf widersprechen.

Auf CitizenGo wurde nun eine Petition gestartet, in der die Unterzeichner an Amnesty appellieren, von ihrem Abtreibungskurs wieder abzukommen und die Menschenrechte wieder zu fördern. Zudem wollen die Unterzeichner Amnesty nicht mehr unterstützen, solange die Organisation Kampagnen für die „weltweite Durchsetzung von Abtreibung als ‚Gesundheitsrecht‘ oder als ‚Menschenrecht'“ und dies mit Spendengeldern finanziert. Und sie erklären sich bereit, die Petition auch in Ihrem Freundeskreis bekannt zu machen, um das Bewusstsein gegenüber den Tätigkeiten von Amnesty International zu schärfen. Über 100‘000 Menschen sind dem Aufruf bereits gefolgt und haben die Petition unterzeichnet – und es werden mit Sicherheit noch etliche folgen. Bleibt zu hoffen, dass Amnesty seinen Fehlkurs erkennt und sich wieder auf seine Kernanliegen besinnt, damit sie sich den Namen „Menschenrechtsorganisation“ wieder verdient und glaubwürdig auf die Fahnen schreiben kann.

Zur Petition:

http://citizengo.org/de/26547-amnesty-missachtet-das-recht-auf-leben?sid=MzQzNjE4ODg1NzYxOTU3

Von Beatrice Gall