„Scharia-Tourismus“ wächst stark

Während Flugzeuge aus dem Westen die Stadt Mekka in Saudi-Arabien nicht einmal überfliegen dürfen, weil unter den Passagieren Nichtmuslime (Unreine laut Sure 9:28) sitzen könnten, fördern europäische Länder mitten in Europa, darunter auch die Schweiz, den „Halal-Tourismus“ für strenggläubige Muslime, die ihren Urlaub strikt nach islamischen Regeln gestalten wollen. Die Zahl der Touristen aus Saudi-Arabien hat sich in der Schweiz in den vergangenen fünf Jahren fast verdreifacht. Ein lukratives Geschäft für Schweizer Hoteliers und Gastronomen, denn diese Touristen sind bekannt für ihre hohe Zahlungsbereitschaft. Einer der wichtigsten Halal-Tourismus-Spezialisten ist die Online-Plattform „HalalBooking“ zum Suchen und Buchen von Resorts, Hotels und Villen weltweit. Die Webseite beinhaltet halal-freundliche Filter, um die Auswahl jener Hotels zu ermöglichen, welche muslimischen Anforderungen am ehesten entsprechen. Viele Hotels, auch in der Schweiz, haben sich auf muslimische Reisende eingestellt, um vom schariakonformen Reisemarkt zu profitieren. Zur Grundausstattung gehören dabei Korane, Gebetsteppiche in den Zimmern und mancherorts sogar geschlechtergetrennte Wellnessbereiche. Bis 2020 wird erwartet, dass die Zahl muslimischer Touristen weltweit auf 150 Millionen ansteigt. Das entspräche einem Plus von 39 Prozent. Der Marktwert dieses Sektors würde demnach bis 2020 220 Milliarden US-Dollar betragen, bis 2026 sogar 300 Milliarden US-Dollar, prognostiziert der Reiseberater Crescent Rating aus Singapur in einer Studie in Zusammenarbeit mit Mastercard.