Mit Besorgnis reagiert die Bioethik-Kommission der Schweizer Bischofskonferenz auf die Entscheidung der Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur des Ständerats (WBK-S), auf die Vorlage des Bundesrats zur Zulassung der Präimplantationsdiagnostik (PDI) einzutreten, wie sie in einer Medienmitteilung schreibt. Die Kommission des Ständerates stimme nicht nur der vom Bundesrat vorgeschlagenen Richtung zu, sondern wolle gar dessen Einschränkungen larger handhaben. Die Herangehensweise nach dem puren Nützlichkeitsprinzip sorge für eine schiefe Bahn: „Wenn man für die Aufweichung der Einschränkungen plädiert, werden unvermeidlich weitere Ausweitungen folgen. Für den Eintritt in das Zeitalter eugenischer Praktiken wird die Türe weit geöffnet. Die Präimplantationsdiagnostik falle in den Bereich der Eugenik, wie der Bundesrat selbst in seiner Botschaft explizit festhalte, schreibt die Bioethik-Kommission der Schweizer Bischofskonferenz.
Laut Professor Thierry Collaud, Präsident der Bioethik-Kommission der Schweizer Bischofskonferenz, sehe seine Kommission im vorgeschlagenen Vorgehen keinen Fortschritt, sondern eine Dekonstruktion des „Miteinander Lebens“. Eine Gesellschaft werde nicht besser, indem man dazu ermächtige, „die einen zu selektionieren, die man als die ‚Tüchtigen‘ erachtet und die anderen zu eliminieren“. Vielmehr sei eine Gesellschaft dann im echten Sinn human, wenn sie sich, gegen Leiden und Krankheit kämpfend, fähig zeige, jeden Menschen in seiner Würde anzunehmen und den kleinsten und verletzlichsten Menschenkindern Platz zu verschaffen. Gestützt auf dieses humanistische und evangelische Prinzip werde es die römisch-katholische Kirche immer ablehnen, das Sortieren, Selektionieren und Eliminieren menschlicher Wesen als Fortschritt zu betrachten. Sie trete im Gegenteil dafür ein, die Technik in Richtung innovativer Lösungen zu orientieren, welche das ganze menschliche Leben respektierten.

Quelle: APD