Eine Standesinitiative aus dem Kanton Zürich fordert zwölf verkaufsoffene Sonntage im Jahr. Das wären dreimal so viele wie bisher. Von zwölf verkaufsoffenen Sonntagen bis zu einer völligen Abschaffung der Sonntagsruhe wäre es nur noch ein kleiner Schritt.

Sonntage sollten Tage der Ruhe sein, familiäre und gemeinschaftliche Bindungen stärken und religiöse Besinnung ermöglichen. Zwölf verkaufsoffene Sonntage bedeuten zwölf Sonntage, an denen von Einzelhandelsmitarbeitern erwartet wird, dass sie arbeiten. Denn zu jedem Laden, der am Sonntag öffnet, gehören Verkäufer, die an diesem Sonntag arbeiten müssen und deshalb einen Gottesdienst, eine Familienfeier, ein Fussballspiel, eine Wanderung oder schlicht ihre sonntägliche Erholung versäumen.

Schwächung der Sonntagsruhe weckt Erwartungshaltung

Eltern, die am Sonntag arbeiten müssen, brauchen plötzlich jemanden, der an diesem Tag ihre Kinder betreut. Was Erholung sein sollte, wird plötzlich ein Tag voller Verpflichtungen und Stress. Die Initiative zur Schwächung der Sonntagsruhe bedroht somit das kollektive Wohlergehen. Schnell entsteht eine Erwartungshaltung der Arbeitgeber und auch der Kunden: Aus zwölf Sonntagen würden schnell alle 52 Sonntage im Jahr.

Zahlreiche politische Gruppierungen wie EDU, GLP und SVP sowie Gewerkschaften und die Bischofskonferenz kämpfen gemeinsam dafür, diese Pläne zu stoppen und haben sich hierfür zur Sonntagsallianz zusammengeschlossen. Sie lehnt die Ausweitung der Sonntagsarbeit ab und betont deren Wert für die Gesundheit und den gesellschaftlichen Zusammenhalt. In einer Erklärung vom 27. Mai 2026 hebt die Allianz den Sonntag als Eckpfeiler des familiären, sportlichen, spirituellen und kulturellen Lebens hervor.

Zum Schutz des Sonntags

Der Ständerat hat die Initiative am 8. Juni 2026 knapp abgelehnt. Nun wendet sich die Organisation CitizenGO mit einer Petition an die Bundesräte Elisabeth Baume-Schneider und Beat Jans sowie Philipp Matthias Bregy, den Präsidenten der Partei „Die Mitte“, und fordert sie auf, den Sonntag zu schützen und die Anzahl der verkaufsoffenen Sonntage wie bisher auf vier pro Jahr begrenzt zu halten.

Die Petition kann hier unterzeichnet werden: citizengo.org