In den letzten Jahren ist die Anzahl der Gewaltdelikte an den Bahnhöfen der Schweiz kontinuierlich gestiegen. Besonders beunruhigend ist dabei, dass bei schweren Körperverletzungen und Vergewaltigungen Höchstwerte erreicht wurden.

Dies zeigt eine aktuelle Sonderauswertung des Bundesamts für Statistik gegenüber den CH-Media-Zeitungen, wie diese berichten. Demnach wurden letztes Jahr über 2000 Fälle von Gewalt an Bahnhöfen angezeigt, was einem Anstieg von 40 Prozent in den letzten fünf Jahren entspricht. Das Problem betrifft hauptsächlich grosse Städte der Deutschschweiz, wo sich vor allem an Wochenenden junge, alkoholkonsumierende Männer herumtreiben und für eine explosive Atmosphäre sorgen. Von den zehn Schweizer Städten mit den verkehrsreichsten Bahnhöfen ist die Gewaltkriminalität in Zürich, Bern und Basel am höchsten.

Besonders besorgniserregend ist auch der Anstieg bei Gewaltdelikten durch Ausländer. Ihr Anteil daran liegt bei über 50 Prozent, obwohl ihr Gesamtbevölkerungsanteil nur 25 Prozent beträgt. Im vergangenen Jahr wurden drei Prozent weniger Schweizer wegen Gewaltstraftaten angezeigt, während die Anzahl der Anzeigen gegen Ausländer um sechs Prozent stieg.

Die Polizei hat festgestellt, dass es schwierig ist, die Ursache für die Zunahme der Gewalt zu bestimmen. Allerdings hat sie erkannt, dass an Bahnhöfen die Begegnung von Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen und sozioökonomischen Schichten zu Konflikten führen kann. Hinzu kommt die Tatsache, dass Bahnhöfe oft als Treffpunkt dienen. Eine andere Erkenntnis sei zudem nicht weiter überraschend: Je grösser der Bahnhof, umso mehr Gewalt wird registriert.

 

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