Christen „streiten“ über die „Ehe für alle“

In der Sternstunde Religion des Schweizer Fernsehens vom 3. März 2019 ging es unter dem Titel „Streitfrage ‚Ehe für alle‘“ darum, wie christliche Kirchen und Gemeinschaften die gleichgeschlechtliche „Ehe“ beurteilen.

Nach dem Willen der Rechtskommission des Nationalrats sollen gleichgeschlechtliche Paare bald „heiraten“ dürfen. In den nächsten Wochen soll dazu eine Vernehmlassung eröffnet werden. Gemäss einer Variante des Gesetzesentwurfs soll lesbischen „Ehe“-Paaren sogar der Zugang zur künstlichen Fortpflanzung (Samenspende) ermöglicht werden.

Wie gehen die Kirchen mit diesen Entwicklungen um? Im Berner Haus der Religionen diskutierten dazu die reformierte Pfarrerin Sibylle Forrer, Eva Kaderli vom Dachverband Regenbogenfamilien, der römisch-katholische Theologe Manfred Belok und Regula Lehmann von der Stiftung Zukunft CH unter der Leitung von Norbert Bischofberger.

Lehmann argumentierte dafür, nicht bei persönlichen Befindlichkeiten stehenzubleiben, sondern das Ganze im Blick zu behalten. Es gehe nicht um die Beurteilung von Liebe, sondern um die Ehe als kultur-  und geschichtsübergreifende Konstante des Menschseins. Und um die Frage, ob es sinnvoll und zukunftstragend sei, den Ehebegriff neu zu definieren.

Christen müssten nicht per se jeden gesellschaftlichen Trend mitmachen: „Die Kirche ist nicht dem Zeitgeist verpflichtet, sondern Gott.“ Auch zeigte sich die Vertreterin von Zukunft CH als Anwältin der Kinder, an die in der Diskussion um die „Ehe für alle“ in der Regel viel zu wenig gedacht wird. Lehmann verwies auf die Kinderrechtskonvention, die jedem Kind das Recht zuspricht, wenn immer möglich bei seinen Eltern aufzuwachsen. Auch rief die diplomierte Familienhelferin die Wichtigkeit der Geschlechterpolarität für die Entwicklung des Kindes in Erinnerung.

Gespräch ansehen unter: srf.ch

Eine kritische Auseinandersetzung mit den Studien, die laut Gesprächsteilnehmerin Kaderli und Moderator Bischofberger angeblich beweisen, gleichgeschlechtliche „Elternschaft“ wirke sich nicht nachteilig auf die Entwicklung des Kindes aus, finden Sie im Artikel: Wissenschaft zeigt – Biologische Elternschaft ist nicht zu ersetzen

2019-03-25T11:42:34+00:00 04.03.2019|