Die Türkei spielt weiterhin eine Schlüsselrolle als Transit- und Rückzugsgebiet für den „Islamischen Staat“ (IS). Dies bestätigt der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) in seinem Lagebericht „Sicherheit Schweiz 2020“. Demzufolge habe sich der IS lange auf die absehbare Niederlage vorbereitet. Kaderangehörige und finanzielle Mittel wurden vom IS an für sie sichere Orte gebracht. „Der türkische Innenminister bestätigte 2019 öffentlich die zunehmende Präsenz und vermehrte Aktivitäten von Dschihadisten in der Türkei. Im selben Jahr erklärte der ,Islamische Staat‘ die Türkei zu einer seiner Provinzen“, so der Bericht.

Zu der strategischen Einschätzung der Lage in der Türkei stellt der NDB fest: „Trotz innenpolitischen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten wird die Türkei unter Präsident Erdogan ihr Regionalmachtstreben nicht aufgeben.“ Zu den Profiteuren der machtpolitischen Auseinandersetzungen könnte der dschihadistische Terrorismus zählen, hier sei weiterhin der IS tonangebend. Die Terrorbedrohung und Anschlagwahrscheinlichkeit in der Schweiz bleibe somit erhöht laut NDB.