Türkei: Christen durch Gesetz diskriminiert

„In der Türkei erreichten die Demonstrationen gegen Präsident Recep Tayyip Erdoğan am 15. Juli 2016 ihren Höhepunkt. Die Regierung reagierte darauf so autoritär und repressiv, dass das Land mittlerweile einer Diktatur gleicht. Zusätzlich zum islamisch motivierten Radikalismus, der unverkennbar zunimmt, beeinflusst Erdogans Willkürherrschaft alle Bereiche der Gesellschaft. Wie auch der Konflikt mit der Minderheit der Kurden, der seit Jahren ungelöst dahin schwellt, bzw. immer wieder aufflammt. All diese Einflüsse lassen sich nicht voneinander trennen, sondern haben ihren unheilvollen Beitrag an den Spannungen im Land und damit auch auf die Stellung der türkischen Kirche. Die Türkei gilt offiziell zwar als laizistischer Staat, aber Christen werden durch das Gesetz diskriminiert. So muss beispielsweise auf dem Personalausweis die Religionszugehörigkeit angegeben werden, was sowohl soziale wie familiäre Konsequenzen nach sich zieht, wenn jemand vom Islam zum Christentum übertritt.“

Aus: Open Doors, Weltverfolgungindex, 2018

Weitere Infos zur Situation der 187’000 Christen in der Türkei unter: https://www.opendoors.ch/index/TR

2018-01-30T15:23:15+00:00 19.01.2018|