Ein Terroranschlag hat am gestrigen Montagabend Wien erschüttert. In der österreichischen Hauptstadt würden an mindestens sechs Orten Schüsse in der Innenstadt in bzw. vor Lokalen abgegeben, mindestens vier Menschen wurden dabei getötet. Die Hintergründe werden aktuell ermittelt, derzeit wird von einem islamistischen Terroranschlag ausgegangen.

Es war der letzte Abend vor dem Corona-Lockdown in Österreich. Entsprechend viele Menschen waren im Ausgehviertel und der Innenstadt unterwegs und wollten das milde Herbstwetter noch einmal ausnutzen. Der oder die Täter schlugen genau dort zu, so z.B. vor Lokalen, in dessen Aussenbereichen sich viele der Gäste befunden hatten. Bei den Opfern handelt es sich um zwei Frauen und zwei Männer, weitere 17 Menschen wurden bei dem Anschlag zum Teil schwer verletzt, darunter auch ein Polizist. Von der Polizei wurde zudem der Täter erschossen.

Da der erste Tatort des Anschlags in der Nähe einer Synagoge liegt und die Gegend dafür bekannt ist, dass der Visionär des Staates Israel, Theodor Herzel, in der Nähe wohnte, kann ein antisemitischer Hintergrund als Grund nicht ausgeschlossen werden.

Heute Morgen, am 3. November 2020, fand eine Pressekonferenz der österreichischen Regierung statt. Dabei wurde von Innenminister Karl Nehammer bestätigt, dass es sich beim Täter, der gefasst wurde, um eine radikalisierte Person handelt „die sich dem IS verbunden fühlt“. Polizeipräsident Gerhard Pürstl sagte, dass es schwierig zu beurteilen sei, ob es sich um einen Einzeltäter handle oder um mehrere Täter, derzeit lägen noch keine gesicherten Informationen vor. Der Mann sei mit einem Sturmgewehr bewaffnet gewesen und habe einen Sprengstoffgürtel getragen, der sich jedoch als Attrappe herausstellte. Vermutlich wollte er damit Panik verbreiten.

1000 Sicherheitskräfte sind nach Angaben des Generaldirektors für öffentliche Sicherheit, Franz Ruf, in Wien derzeit im Einsatz. Die Wohnung des gefassten Täters wurde auf belastendes Material bereits untersucht. Rund 20’000 Videos seien zudem mittlerweile von Zeugen an die Polizei mittlerweile eingesandt worden.

„Wir lassen uns die Freiheitsrechte nicht nehmen“, betonte Nehmanner. „Wer einen von uns angreift, greift uns alle an“. Europäische Politiker reagieren bestürzt auf den Anschlagt. So sprach der deutsche SPD-Vorsitzende Norbert Walter-Borjans auf Twitter von „erschütternden Nachrichten“ und dass solche Taten „Ächtung, null Toleranz und die ganze Härte des Gesetzes“ verdienten.

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz hat den Angriff in Wien als „widerwärtigen Terroranschlag“ bezeichnet und Bundespräsident Alexander Van der Bellen verurteilte den Anschlag scharf und erklärte auf Twitter: „Unsere Gedanken und unser Mitgefühl ist bei den Opfern, Verletzten und deren Angehörigen“. Van der Bellen bedankte sich bei den Einsatzkräften, die „unter Einsatz ihres Lebens unsere Demokratie und Freiheit schützen“ und machte klar: „Wir werden unsere Freiheit und Demokratie gemeinsam und entschlossen mit allen gebotenen Mitteln verteidigen.“.

Aktuell sind alle Bürger dazu aufgerufen, möglichst zu Hause zu bleiben, da die aktuelle Lage noch nicht vollständig geklärt sei. Auch Schüler müssen heute in Wien nicht zur Schule.