Raubkunst zur Terrorfinanzierung

Nach 44-jähriger Irrfahrt sind aus nordzyprischen Klöstern und Kirchen geraubte Wandgemälde an Erzbischof Chrysostomos II. von Zypern zurückgegeben worden. Die Rückgabe fand im Palais von Nikosia fand statt.

Von Heinz Gstrein

Bei den schönsten von ihnen handelt es sich um eine Darstellung von Maria unter dem Kreuz sowie eines Märtyrers aus dem Apsinthiotissa-Kloster im Pentadaktylos-Gebirge, einer Niederlassung des Patriarchats von Jerusalem. Aus der Marienkirche von Assia bei Famagusta stammen Fresken von Heiligen und Propheten aus dem 15. Jahrhundert.

Während unter türkischer Besatzung ab 1974 der Raub von Ikonen und anderen beweglichen Sakralgegenständen aus hunderten Fällen bekannt ist, handelt es sich um die ersten wiedergefundenen Fresken, welche die Kirchenplünderer sogar von den Mauern geschlagen haben. Zuvor waren die Wandgemälde aus byzantinischer Zeit in der niederländischen Hauptstadt Den Haag an die Botschaft Zyperns übergeben worden.

Aufgespürt hatte sie bei einem Sammler in Canada die Organisation zur Bekämpfung kultureller Kriminalität „Watch of Truth“. Wie deren Vertreter Willy Bregemann bei der Rückgabe der Kunstwerke im Erzbischöflichen Palais von Nikosia, darlegte, gibt es kriminelle Netzwerke, die gezielt religiöse Kunst aus Nordzypern, inzwischen aber auch aus Syrien und dem Irak, rauben und international vermarkten. Mit den oft enormen Erlösen würde islamischer Terror finanziert.

2019-01-28T15:18:12+00:00 28.01.2019|