1950 gehörte die Schweiz zu den ersten Staaten, die das kommunistische China diplomatisch anerkannten. Inzwischen schreitet China wirtschaftlich mit grossen Schritten voran. Das Wirtschaftswachstum ist extrem: 2005 betrug es 9,9 %. Zhao Xiao, Professor an der Universität Peking für Wissenschaft und Technik, ist überzeugt, dass sich vieles im Land dramatisch ändern wird, allem voran die politischen und sozialen Strukturen im Land. Er bezeichnete dabei in einem Zeitungsartikel das Christentum als wichtige Kraft. Denn der Top-Ökonom ist überzeugt, dass ein spirituelles Revival notwendig sei, um das Wirtschaftswachstum in kontrollierbaren Bahnen zu halten: „Geld ist sehr wichtig, aber nicht das Wichtigste. Ohne Geld kann man nichts bewirken. Aber es löst nicht alles. Der Mensch muss wissen, was gut und was schlecht ist. Sonst wird eine Gesellschaft auf Dauer nicht gut funktionieren können. Das Prinzip der Nächstenliebe ist fur mich ein fundamentales Prinzip.“
Das Prinzip der Nächstenliebe also als ökonomisches Prinzip? Ja. Denn wenn ein solch grosses Land wie China wirtschaftlich immer erfolgreicher wird, kommt es darauf an, welchen moralischen Regeln die Menschen folgen, die diese riesigen Ressourcen kontrollieren. Wenn jeder nur seine eigenen Interessen sieht, wird die Gesellschaft auf Dauer scheitern. Deshalb hat das Prinzip Nächstenliebe auch eine ökonomische Seite. Der chinesische Wissenschaftler Zhao Xiao hat das erkannt. Was aber ist mit uns, mit dem christlichen Abendland? Sehen wir das in der Schweiz genauso? Wissen wir, was wir fur einen wertvollen Schatz haben mit den christlichen Werten wie Nächstenliebe, Freiheit, Gerechtigkeit und Familie als Basis fur die Gesellschaft?

Unsere Gesellschaft muss wieder erkennen, wie unentbehrlich christliche Werte für unser Leben sind. Eine gross angelegte Studie in China hat herausgefunden, dass der Westen eine so dominante und blühende Kraft gegenuber der restlichen Welt hat, weil das Herz der Gesellschaft vom Christentum geprägt ist. Christliche Werte schaffen also Wert. Wenn wir unseren Wohlstand und unsere Freiheit erhalten wollen, ist es an der Zeit, dass wir diese Werte wieder leben.

Von Beatrice Gall