„Insha“: eine Bank nach den Regeln des Islam

Die türkische Scharia-Bank Albaraka (arab. Wort von Segen) lanciert demnächst in Deutschland das islamkonforme Finanztechnologie-Angebot „Insha“, ein rein digitales Produkt (Insha ist Teil der geläufigsten arabischen Redewendung „In sha‘ Allah“: „So Allah will“). Wie auf der „Insha“-Homepage zu lesen ist, soll das Angebot zunächst aus einem Girokonto, einer Debitkarte sowie den grundlegenden Zahlungsfunktionen bestehen. In einer späteren Entwicklungsstufe sind auch Scharia-konforme Kreditangebote geplant, nämlich ohne Zinsen. Bankkunden erhalten so z.B. bei der Baufinanzierung keine verzinsten Kredite. Profit macht die Bank stattdessen durch den Ankauf des Objekts, welches sie dem Schuldner später zu einem höheren Preis weiterverkauft. Der Preisaufschlag entspricht etwa den Zinskosten eines konventionellen Kredits.

Das Problematische an diesem Modell: Nach Gesetz wird damit zweimal verkauft, also fällt auch zweimal Grunderwerbssteuer an. Dadurch wird der Immobilienkauf für den Kunden deutlich teurer. Eine Lizenz von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht braucht die Albaraka-Bank anscheinend nicht. Stattdessen bedient sich „Insha“ in regulatorischer und technologischer Hinsicht einer Kooperation mit dem Berliner White-Label-Anbieter (engl. für „weisses Etikett“) Solarisbank. Dieser Dienstleister mit Banklizenz erbringt somit im Hintergrund die notwendigen Leistungen. In der EU gibt es mehr als 20 Millionen Muslime und damit viele potenzielle Kunden für den islamischen Finanzmarkt.

2018-06-17T10:10:46+00:00 08.06.2018|