Am 17. Mai stimmt die Schweiz über einen Verfassungsartikel zur Förderung der Komplementärmedizin ab. Alternative Heilmethoden sind heute „in“. So liegt auch die Homöopathie im Trend der Zeit, obwohl sie bis heute überhaupt keine wissenschaftlichen Wirksamkeitsbeweise liefern konnte. Woher kommen dann die positiven Behandlungsresultate? Zu einem guten Teil beruhen sie auf dem Placeboeffekt oder den Selbstheilungskräften des Organismus. Deshalb hat noch keiner den Preis von 100’000 Dollar abholen können, den Edzard Ernst, der weltweit erste Professor für Komplementärmedizin, jedem zu zahlen bereit ist, der ihm die Wirksamkeit von Homöopathie nachweist.
Aber das bedeutet nun nicht, dass die Homöopathie harmlos ist gemäss dem Motto: Hilft es nichts, so schadet es nichts. Sie ist kein Naturheilverfahren mit pflanzlichen Medikamenten wie die Kräutermedizin (Phytotherapie), sondern eine Art übernatürliche Geistheilung mit enger Verwandtschaft zur Anthroposophie. Organisch-materiell ist von einem Heilmittel in homöopathischen Verdünnungen über D6 (1:1’000’000) keine Wirkung mehr zu erwarten. Samuel Hahnemann, der Erfinder der Homöopathie, riet dazu, so genannte Hochpotenzen herzustellen (Verdünnungen bis zu LM 30 (1:50’000 hoch 30). Diesen Mitteln, die kein einziges Molekül der ursprünglichen Substanz mehr beinhalten, mass Hahnemann eine fast unbegrenzte Heilkraft bei. Er meinte sogar, man solle sie wegen ihrer enormen Heilwirkung nicht einnehmen, sondern nur daran riechen!

Die homöopathischen Mittel sollen in erster Linie gar nicht auf die körperliche Krankheit, sondern auf die Seele des Menschen einwirken. Diesen Sachverhalt bestätigen die Homöopathen selbst wie z.B. Dr. E. Rehm: „Das chemisch-materielle Mittel wirkt auf den chemisch-materiellen Teil des Menschen, auf seinen Körper. Das nicht-chemische, nicht mehr materielle Mittel wirkt auf den nicht-materiellen Teil des Menschen, auf seine Seele, auf seine den Körper leitenden Kräfte…“ Woher soll die Heilwirkung also kommen? Die Homöopathen gehen davon aus, dass beim Verdünnen in 10er-Schritten die Medikamente kosmische Kräfte aufnehmen. Diese homöopathischen Lehren der Dynamisation (Potenzlehre) als auch die Simileregel (Ähnlichkeitsregel) wurzeln in magisch-kosmischen Religionsvorstellungen. Die Einnahme von homöopathischen Präparaten kann für das körperliche Befinden belanglos sein, aber die Seele unter den Einfluss von okkulten Mächten bringen, weil bei der Homöopathie eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Patient und Arzt, respektive Heilmittel, der wichtigste Heilfaktor ist. Zu diesem Sachverhalt schreibt Dr. Samuel Pfeifer: „Speziell warnen möchte ich vor Mitteln, die über die Potenz D6 hinausgehen, gibt es doch über diese Grenze ausser dem Placeboeffekt nur noch okkulte Erklärungen für deren Wirkung“ (Gesundheit um jeden Preis, Brunnen Verlag, Basel 1982, S. 88). Auch andere Ärzte und Seelsorger wie zum Beispiel Dr. Georg Müller (Heilkraft durch Verdünnen, Bielefeld 1992) vertreten diese Sicht.

Der okkulte Hintergrund der Homöopathie wird im Leben und Werk von Samuel Hahnemann klar ersichtlich. Seine geistigen Quellen waren die Freimaurerei, der Mesmerismus, Konfuzianismus und Deismus. Mit 22 Jahren liess er sich als Mitglied in die Freimaurerloge „St. Andreas zu den drei Seeblättern“ aufnehmen. In einem Brief an seinen Schüler Stapf schrieb er: „Da ist göttliche Weisheit zu lesen, ohne Wunder, ohne Fabel und ohne Aberglauben. Es ist ein wichtiges Zeichen der Zeit, dass Konfuzius bei uns nun kann gelesen werden. Ihn selber werde ich im Reiche der glücklichen Geister nun bald umarmen, den Wohltäter der Menschheit, der uns den geraden Weg zur Weisheit und zu Gott führt, schon sechseinhalbhundert Jahren vor dem Erzschwärmer.“ Hahnemann hielt also den Sohn Gottes, Jesus Christus, für einen „Erzschwärmer“ und verehrte Konfuzius als göttlichen Lehrer. Daher kann die Homöopathie, auch wenn sie sich immer wieder auf Gott beruft, unmöglich den Gott, der sich in der Bibel und in Jesus Christus offenbart, in Anspruch nehmen.

Die Abstimmungsvorlage vom 17. Mai 2009 fordert nun, dass die Homöopathie in die Schweizerische Verfassung aufgenommen wird (das gibt es sonst nirgends auf der Welt!) und die Kosten von der Grundversicherung übernommen werden sollen. Das entspricht dem heutigen Esoterik-Trend. Es sollte sich jedoch jeder gut überlegen, ob er mit seinen Prämien diese fragwürdige Methode mitfinanzieren will. Schliesslich besteht ja bereits die Freiheit, dass jeder, der daran glaubt, die alternativen Heilmethoden in einer Zusatzversicherung abdecken lassen kann.

Pfr. Beat Schmid