Gottfried Locher, Ratspräsident des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes, verurteilte die Gewalt gegen westliche Einrichtungen nach der Veröffentlichung des Mohammed-Films und habe gleichzeitig dazu aufgerufen, Muslime nicht zu verunglimpfen, wie der Kirchenbund in einer Medienmitteilung schreibt.
Locher habe am Rande der 7. Vollversammlung der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa GEKE, in Florenz/Italien, an die Vernunft aller am Konflikt Beteiligten appelliert und die weltweite Zunahme der Gewaltspirale nach der Veröffentlichung des Mohammed-Films verurteilt: „‚Innocence of Muslims‘ hat einen Flächenbrand entfacht, der gelöscht werden muss. Jetzt darf kein weiteres Öl ins Feuer gegossen werden.“
 
Meinungsfreiheit sei ein hohes Gut, betonte Locher. Der Staat habe die Meinungsfreiheit zu schützen, gerade dann, wenn sie auf Widerstand stosse. Staatliches Recht sei jedoch nicht einfach deckungsgleich mit kirchlicher Ethik: „Evangelische Freiheit geht niemals auf Kosten anderer. Freiheit darf nicht missbraucht werden“, so Locher mit Blick auf die jüngsten Mohammed-Karikaturen in französischen und deutschen Medien: „Verunglimpfungen sind keine Zeichen von Freiheit. Wenn ich frei bin, habe ich auch die Freiheit, zu verzichten.“
 
„Medien publizieren weiterhin Mohammed-Karikaturen, obwohl sie wissen, dass dann Häuser brennen werden. Hier geht es nicht mehr nur um Meinungsfreiheit“, so Locher. Mit gleichem Nachdruck verurteilte der Kirchenbundspräsident die brutale Gewalt gegen westliche Einrichtungen. „Verletzte Gefühle geben niemandem ein Recht zum Töten. Verletzende Worte legitimieren nicht zur Gewalt.“

Quelle: APD