Der deutsche Ethiker Robert Spaemann hat in einem Beitrag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 26. Juli 2012 die Bestrafung von Gotteslästerung gefordert. Der Staat dürfe nicht zulassen, dass das, was religiösen Bürgern das Heiligste sei, „ungestraft öffentlich verhöhnt, lächerlich gemacht und mit Schmutzkübeln übergossen werden darf“, schreibt der bekennende Katholik Spaemann. Ein Staat, der dies nicht leiste, könne nicht erwarten, dass sich Gläubige als Bürger ihres Gemeinwesens fühlen. In der Regel sehe das deutsche Recht heute über Gotteslästerung in der Öffentlichkeit hinweg, kritisiert der Autor. So seien nur noch solche blasphemischen Beleidigungen strafbar, die den „öffentlichen Frieden“ gefährden könnten. „Das heißt auf Deutsch: Nur noch die mohammedanische Religion geniesst den Schutz des Gesetzes, nicht die christliche. Denn Christen reagieren auf Beleidigung nicht mit Gewalt, Muslime aber wohl – und keineswegs nur ‚Islamisten‘.“ Bei ihnen würden die folgenlosen Proteste von Christen, etwa gegen blasphemische Filme, „nur stille Verachtung auslösen“. Schon aus Eigeninteresse sollte der Staat den Respekt vor der christlichen Religion pflegen, die „zu den wichtigsten Wurzeln unserer Zivilisation“ gehöre.