Burkini im Gymnasium: „Ein falsches Signal“

Das Pestalozzi-Gymnasium im westfälischen Herne bietet seit zwei Jahren Burkinis (zweiteilige Badebekleidung für Frauen, die bis auf Gesicht, Hände und Füsse den Körper bedeckt) kostenlos an, die sich muslimische Mädchen für den Schwimmunterricht ausleihen können. „Damit hat keiner mehr eine Ausrede, nicht am Unterricht teilzunehmen“, erklärte der Schulleiter gegenüber der „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ (WAZ) am 12. Juni 2018.

Nachdem die WAZ über das Angebot berichtet hatte, kam scharfe Kritik von der Landesregierung. Yvonne Gebauer (FDP), Schulministerin von Nordrhein-Westfalen, sagte, dass die Beschaffung von Burkinis nicht zu den Grundaufgaben einer Schule gehöre. Sogar Bundeslandwirtschaftsministerin und CDU-Vize Julia Klöckner hat sich in den Fall eingeschaltet. „Damit zementiert eine Schule ein Frauen diskriminierendes Rollenverständnis an einem Ort, an dem Kinder und Jugendliche gerade das Gegenteil lernen und sich frei entfalten sollten“, sagte Klöckner. „Das ist vorauseilender Gehorsam und ein Einknicken vor fundamentalistischen Elternhäusern – ein Einknicken auf dem Rücken der Mädchen“, so Klöckner weiter.

Auch Nordrhein-Westfalens Integrationsstaatssekretärin Serap Güler (CDU) kritisierte die Aktion scharf. „Während in Saudi-Arabien Frauen für ein bisschen Freiheit ihr Leben riskieren, sollten wir nicht in Deutschland auf Burkinis für Mädchen setzen. Ich halte dies für das absolut falsche Signal und für völlig falsch verstandene Toleranz. Es ist fatal vor allem aus emanzipatorischer Sicht“, erklärte sie. Die WAZ erfuhr aus Schulkreisen, dass viele muslimische Jugendliche aus Glaubensgründen nicht am Schwimmunterricht teilnehmen.

2018-07-02T08:27:15+00:00 16.06.2018|