Frauen im Islam: Opfer und Komplizinnen

Die 39-jährige Deutsche Laila Mirzo hat sich als Islam-Kritikerin international einen Namen gemacht. Als Tochter eines kurdisch-syrischen Vaters, die in der Uno-Pufferzone auf den Golanhöhen aufgewachsen ist, weiss Mirzo, wovon sie redet. Am 16. November 2017 war die Trainerin für interkulturelle Kompetenz bei einer Veranstaltung der Stiftung Zukunft CH zur Frage der öffentlich-rechtlichen Anerkennung des Islam zu Gast. Am 13. Dezember sprach die in Österreich lebende Deutsche im Interview mit der „Weltwoche“ über Frauen und Sexualität im Islam.

Mittäterinnen

„In islamischen Gesellschaften haben wir die Frau als Opfer – und die Frau als Komplizin“, erklärte Mirzo gegenüber der „Weltwoche“. Es gebe zweifellos Frauen, die zur Verschleierung und zur Heirat gezwungen würden und unter dem patriarchalischen Regime litten. Auf der anderen Seite hätten wir die Frau als Mittäterin. „Wer erzieht denn die Kinder, die jungen Männer? Wer erzieht die späteren Patriarchen und Vergewaltiger?“ Mirzo beobachtet immer wieder auf Spielplätzen, wie schon zweijährige Jungen ihre Schwestern schlagen und nicht ermahnt werden. „Das wird einfach akzeptiert.“

Mütter geben laut Mirzo ihren Söhnen zu verstehen, sie seien besser als Mädchen. Damit folgten sie dem Koran, wo es heisse, dass der Mann über der Frau stünde. Mirzo geht mit den muslimischen Frauen hart ins Gericht: „Viele Frauen im Islam sind Überzeugungstäterinnen aus religiösen Gründen. Sie glauben das. Und geben es weiter. Nehmen Sie das Beispiel von Ägypten: Über 90 Prozent der Frauen dort sind beschnitten. Wer tut ihnen das an? Es sind die Mütter, die ihre Töchter beschneiden lassen. Freiwillig.“

Übersexualisierung der Frau

Mirzo beobachtet im Islam eine Übersexualisierung der Weiblichkeit. „Die jungen Männer fühlen sich sofort sexuell erregt, weil sie überhaupt keine Möglichkeit haben, sich mit dem anderen Geschlecht auszutauschen.“ In den Augen muslimischer Männer ist die Sexualität im Westen enthemmt, praktisch in der Auslage greifbar, erklärt Mirzo: „Sie haben gelernt, dass sich eine ehrenwerte Frau nie so anziehen würde, wie man das bei uns tut. Wenn eine Frau im Minirock um Mitternacht allein unterwegs ist, dann denken sie: ‘Die will das.’“

Übergriffe werden Mirzo zufolge religiös legitimiert. Sie widerspricht der oft wiederholten Behauptung, im Koran stünde nichts vom Tragen des Kopftuches. Denn dort heisst es: „O Prophet, sprich zu deinen Gattinnen und deinen Töchtern und den Weibern der Gläubigen, dass sie sich in ihren Überwurf verhüllen. So werden sie erkannt und werden nicht verletzt.“ Das Verhüllen in islamischen Gesellschaften ist laut Mirzo zum einen ein Zeichen der Zusammengehörigkeit und zum anderen ein Hinweis an die Männer, sich nicht an den verhüllten Frauen zu vergreifen. „Mit anderen Worten: Muslimische Frauen sind tabu, ungläubige Frauen, die kein Kopftuch tragen, sind Freiwild.“

Auch zu Kopftuch und Nikab findet Mirzo klare Worte. Diese seien nicht einfach eine Tracht, sondern ein politisches Symbol. Gerade Frauen, die das Kopftuch freiwillig oder mit Stolz tragen, senden laut Mirzo ein Signal aus – „nämlich eine Kampfansage an die Frauen, die sich nicht verhüllten.“

 

2018-01-10T16:22:35+00:00 10.01.2018|