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Werte und Gesellschaft

 
 
 

23.01.2015

Germanist nennt gegenderte Sprache "sektiererisch"


Diese Sprachregeln schlagen Zürcher Germanistik-Studenten unter www.denkbilder.uzh.ch vor (Quelle: Zukunft CH).

Der Autor, Germanist und ehemalige Gymnasiallehrer Pirmin Meier bezeichnet es im Interview mit 20 Minuten vom 23. Januar 2015 als "sektiererische Aktivität", wenn durch Steuergelder finanzierte Gleichstellungsbeauftragte das Wort "Fussgängerstreifen" verbieten wollen. Anlass zum Interview über die sogenannt gendergerechte Sprache boten neue Richtlinien über "Antidiskriminierende Sprachhandlung", die vom Magazin der Zürcher Germanistik-Studenten "Denkbilder" vorgeschlagen werden.

Die Studenten und Studentinnen, die sich eigentlich mit Goethe und Thomas Mann auseinandersetzten sollten, schlagen vor, alle geschlechterspezifischen Endungen bei Substantiven und Pronomen durch einen Stern ("*") und im Plural durch zwei Sterne ("**") zu ersetzen. Wie "Denkbilder"-Redaktor Thomas Wismer gegenüber 20 Minuten sagte, sei es Ziel der Reform, dass sich wirklich alle Menschen angesprochen fühlen: "Insbesondere möchten wir die Vorstellung herausfordern, dass es nur zwei Geschlechterkategorien gibt - 'Frau' und 'Mann'."

Bei einer derzeit laufenden Online-Umfrage von 20 Minuten sind 83 Prozent der bisher 5700 Teilnehmer der Auffassung, dass geschlechtergerechte Sprache nichts zur Gleichstellung beiträgt. Und Pirmin Meier findet, dass die von den Zürcher Studenten vorgeschlagene Reform "einem permanenten Diskriminierungsverdacht" entspringt: "Sie spricht Leute an, die auf Vorrat beleidigt sind." Die NZZ hatte bereits tags zuvor am "*"-System kritisiert, dieses führe zu einer "Sinnentleerung" der Sprache.