Startseite Alt+0Navigation Alt+1Inhalt Alt+2Kontakt Alt+3Sitemap Alt+4Suche Alt+5
 

Islam

 
 
 

30.10.2014

Hoffnung im Fall Asia Bibi

Medienmitteilung Open Doors

Asia Bibis Fall wird nun dem höchsten Gericht Pakistans vorgelegt. Da Personen, die mit dem Fall nichts zu tun haben, im Unterschied zu den beiden Gerichten, vor denen ihr Fall bisher verhandelt wurde, nicht in den Saal gelassen werden, besteht eine kleine Hoffnung, dass sich die Richter nicht so stark von Extremisten unter Druck setzen lassen. Denn auch die Islamisten haben keinen Zugang zur Verhandlung. Möglich ist zudem, dass der Nobelpreis für Malala Yousafzai Signalwirkung haben könnte.

Der Druck auf die Richter ist immens. Fünfmal wurde der Fall in den letzten Monaten verschoben, ehe er am 16. Oktober verhandelt wurde. Zwei Dutzend Islamisten marschierten im Gerichtssaal auf. Dass die Todesstrafe vor dem Berufungsgericht aufrechterhalten wurde, überrascht Anwälte und Fürsprecher nicht. Nun wird der Fall vor die höchste Gerichtsstufe weiter gezogen. Asia Bibis Anwälte sehen dort mehr Hoffnung, denn auf dieser Justizebene werden keine Aussenstehenden mehr in den Saal gelassen.

Asia Bibi wurde am 19. Juni 2009 verhaftet. Dies einzig wegen der Behauptung, sie habe sich blasphemisch geäussert. Das pakistanische Recht sieht vor, dass Menschen, die abfällig über den Koran, Mohammed oder Allah reden, mit lebenslanger Haft oder dem Tod bestraft werden. Die Blasphemie-Paragraphen werden für den Islam angewendet, wer eine andere Religion verleumdet, kommt ungeschoren davon. Bei der jüngsten Anhörung vor einem Berufungsgericht beurteilten die Richter die einst gemachten Aussagen der beiden Schwestern als glaubwürdig. Die beiden waren bei der jüngsten Verhandlung nicht anwesend. Nun folgt ein weiterer Berufungsantrag vor dem Obersten Gericht.

Die Lage ist hochpolitisch. Ein muslimischer Gouverneur, Salman Taseer, und Shabbaz Bhatti, der christliche Minister für religiöse Minderheiten, wurden beide 2010 ermordet, weil sie sich gegen das Blasphemie-Gesetz und für Asia Bibi ausgesprochen hatten. „Die international Gemeinschaft stimmt darin überein, dass Asia den typischen Missbrauch des Blasphemie-Gesetzes darstellt“, sagt ein Open-Doors-Sprecher (Name bleibt aus Sicherheitsgründen ungenannt). „Pakistan würde sich selbst einen Gefallen tun, wenn es Asia Amnestie gewähren würde.“

Als Rimsha Masih im August 2012 fälschlicherweise ebenfalls der Blasphemie angeklagt wurde, wurde sie später freigesprochen und mit ihrer Familie an einen sicheren Ort gebracht. Und Malala Yousafzai gewann erst vor kurzem den Nobelpreis, nachdem sie von den Taliban angeschossen worden war, weil sie sich für das Bildungsrecht für Mädchen ausgesprochen hatte. Nun ist zu hoffen, dass auch Asia Bibi zu ihrem Recht verholfen wird.