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Ehe und Familie

 
 
 

03.02.2009

Internet in Sachen Gewalt „krasser“ als Fernsehen


Eine neue Studie zeigt: über die Hälfte aller Jugendlichen, die das Internet nutzen, sind schon einmal mit brutaler und echter Gewalt konfrontiert worden. (Bildquelle: Pxielio.de)

Eine bisher weltweit einzigartige Studie liefert jetzt Erkenntnisse über Gewalt im Internet und deren Wirkung auf Kinder und Jugendliche, berichtet die Internetseite jesus.de. Die Studie „Gewalt im Web 2.0“ belegt, dass Darstellungen im Internet für die Befragten nicht nur als „echter“ eingestuft werden, sondern auch als „heftiger, krasser und brutaler" empfunden werden als etwa im Fernsehen.

Die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM) und fünf weitere Landesmedienanstalten gab die Forschungsarbeit in Auftrag, bei der die Professorin an der Hochschule der Medien in Stuttgart Petra Grimm mehr als 800 Jugendliche im Alter von 12 bis 19 Jahren über ihren Umgang mit „Gewalt im Web 2.0“ befragte. Die Ergebnisse: Ein Viertel der Jugendlichen, die das Internet nutzen, gaben an, bereits mit Gewalt im Netz konfrontiert gewesen zu sein. Weiterhin haben 48 Prozent der Jugendlichen Freunde oder Mitschüler, denen gewalthaltige Seiten bekannt sind, welche meist fiktionale Gewalt oder nachgestellte extreme Gewalt darstellen.

Besorgniserregend ist aber vor allem die Darstellung realer Gewalt im Internet: Diese machen deutlich mehr Eindruck auf die Jugendlichen als die fiktionale oder nachgestellte Gewalt. Darunter fallen Prügelvideos und Darstellungen echter und brutaler Gewalt, die von 51 Prozent der Jugendlichen bereits gesehen wurden, ebenso wie Fotos oder Videos, die Krieg, Folter und Hinrichtungen, mit den bereits 42 Prozent der jungen Internetnutzer konfrontiert wurden. An die Seiten kommen die Jugendlichen dabei meist durch Freunde. Dabei zeigt sich, dass die Jugendlichen mit zunehmendem Alter mehr Seiten mit gewalttätigen Inhalten kennen. Bedenklich ist zudem, dass diese Inhalte nicht unbedingt auf dafür speziellen Seiten zu finden ist, sondern zum Teil auf gängigen und beliebten, scheinbar harmlosen Seiten wie „youtube.com“, oder „clipfish.de". Ausserdem nutzen mehr als ein Drittel der 12- bis 19-Jährigen das Internet immer alleine – ohne Kontrolle durch die Eltern.

Die Studie zeigt, dass der Anteil Jugendlichen, die im Internet schon einmal unangenehme Erfahrungen gemacht haben, mit einem Drittel relativ hoch ist. Mehr als jedes fünfte Mädchen ist bereits von sexuellen Belästigungen betroffen. In der Folge dieser Gewalterlebnisse im Netz leiden die Jugendlichen unter Alpträumen und länger anhaltenden körperlichen Reaktionen wie Ausschlag oder Herpes.