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Ehe und Familie

 
 
 

30.03.2009

300 spanische Intellektuelle sagen Nein zu neuem Abtreibungsgesetz


Ein ungeborenes Kind in der 10. Schwangerschaftswoche - 300 Intellektuelle haben ein Manifest gegen die Liberalisierung der Abtreibung in Spanien unterschrieben. (Bildquelle: pixelio.de, Arzt-wiwie)

In den vergangenen Tagen wurde in Spanien das „Manifest der 300“ veröffentlicht. Darin verteidigen angesehene Wissenschaftler, Universitätsdozenten und Intellektuelle aus Biomedizin, Sozialwissenschaft und dem humanistischen Bereich in zwölf Punkten das Recht auf Leben, aufgrund der Liberalisierung der Abtreibung, welche die Regierung Zapatero angekündigt hatte.

Angeführt von den Universitätsprofessoren Nicolas Jouve (Genetik), Cesar Nombela (Mikrobiologie), Francisco Abadia Fenoli (emeritierter Professor in Zellular-Biologie) und Julio Navascues Martínez (Zellular-Biologie) ist diese Initiative eine Antwort auf das von der Regierung angestrebte neue Abtreibungsgesetz, und hat in kurzer Zeit 323 Zustimmungserklärungen bekommen – ungewöhnlich, weil diese von herausragenden Autoritäten auf ihrem jeweiligen Spezialgebiet kamen.

Im „Manifest“ wird das menschliche Leben in seinen verschiedenen „anfänglichen, embryonalen und fötalen“ Stadien verteidigt und gleichzeitig die Instrumentalisierung aufgrund ökonomischer und ideologischer Interessen abgelehnt. Nicht nur das: der Text fordert „eine korrekte Interpretation der wissenschaftlichen Daten in Bezug auf das menschliche Leben in all seinen Entwicklungsphasen“ – Daten, die zu erkennen geben, dass es zahlreiche wissenschaftliche Argumente gibt, wonach das Leben „bei der Befruchtung beginnt“, wie auch die neuesten Erkenntnisse sowohl auf dem Gebiet der Genetik als auch der Zellular-Biologie und der Embryologie aufzeigen.

Das Dokument präzisiert – und korrigiert gleichzeitig die gegenwärtige progressive Tendenz, dass die Abtreibung nicht „nur ein freiwilliger Unterbruch der Schwangerschaft“ ist, sondern „eine bequeme und grausame Unterdrückung des menschlichen Lebens“. Zu den offensichtlichen Auswirkungen im sozialen Umfeld sagt das „Manifest“: „Die Abtreibung ist eine Tragödie. Eine Gesellschaft, die sich nicht um die Tötung von jährlich fast 120‘000 Kindern kümmert, ist eine gescheiterte und kranke Gesellschaft“.

Weiterhin wendet sich das „Manifest“ dagegen, dass mit 16 Jahren ohne Zustimmung der Eltern abgetrieben werden kann. „Eine junge Frau zu zwingen, in diesem frühen Alter allein eine Entscheidung dieser Tragweite zu fällen, ist unverantwortlich und eine klare Form der Gewalt gegen Frauen“. Es schliesst mit folgender Feststellung: „Statt dieses unbegrenzte Abtreibungsgesetz als Erwerb eines Rechtes zu betrachten, wird die Frau dazu verurteilt, die einzige Verantwortliche eines gewalttätigen Aktes gegen das Leben des eigenen Kindes zu sein“. Die Gesellschaft ist weit davon entfernt, eine neue Norm zu wünschen, die einen gewalttätigen Akt gegen ein ungeborenes Kind und seine Mutter vorsieht. Sie verlangt viel eher eine Eingrenzung der Missbräuche und Rechtsverletzungen, die in gewissen Zentren begangen werden, wo Abtreibungen stattfinden.

Die spanische Ministerin für Gleichberechtigung, Bibiana Aido, erkennt die Notwendigkeit einer „genügenden juristischen, medizinischen und parlamentarischen Übereinstimmung“, um die neue Norm über die Abtreibung zu verabschieden, und versicherte, dass „alle angehört werden“. Nicht nur das, sondern sie wünscht sich „Vorsicht und Ruhe“ bei den Gegnern des neuen Gesetzes. Aber, darüber befragt, wann denn nach ihrer Meinung das Leben beginne, wich sie aus und sagte, dass es sich um eine religiöse Angelegenheit handle. Mit einem „Manifest“, wie es nun vorliegt und unterschrieben wurde, ist klar, dass Wissenschaftler und Intellektuelle nicht dieser Ansicht sind.


Quelle: Corrispondeza Romana Nr. 1085
Übersetzung: Zukunft CH