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Ehe und Familie

 
 
 

23.07.2014

„Love Life“ verletzt Pflicht zum Schutz der Kinder und Jugendlichen

Medienmitteilung Zukunft CH

35 Kinder und Jugendliche und ihre Eltern haben am 22. Juli 2014 mit Unterstützung der Stiftung Zukunft CH und weiterer Organisationen (Christians for Truth, EDU Schweiz, Human Life International (HLI) Schweiz, Jugend und Familie, Schweizerische Stiftung für die Familie SSF) beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) ein Gesuch gegen die aktuelle Anti-Aids-Kampagne „Love Life – Bereue nichts“ eingereicht. Sie verlangen, dass die öffentliche Verbreitung von sexuellen Darstellungen in Bildern und Filmen sofort beendet wird.

Mit Berufung auf ihre besonderen schutzwürdigen Interessen, zu deren Wahrung der Staat in seinem Handeln verpflichtet ist, fordern die Kinder und Jugendlichen gestützt auf das Verwaltungsverfahrensgesetz (Art. 25a Abs. 1) die umgehende Beendigung der skandalösen Kampagne. Insbesondere möchten sie damit die Kampagnenplakate verhindern, die ab 28. Juli 2014 den öffentlichen Raum mit hochsexualisierten Bildern zu überschwemmen drohen. Die Gesuchsteller erwarten somit vom BAG innert nützlicher Frist eine Unterlassungsverfügung.

Gemäss Art. 11 Abs. 1 der Bundesverfassung (BV) haben Kinder und Jugendliche Anspruch auf besonderen Schutz ihrer Unversehrtheit und auf Förderung ihrer Entwicklung. Dies gilt insbesondere auch für ihre geschlechtliche Entwicklung. Durch die gewählten Abbildungen wirkt die Kampagne allerdings sexuell aufreizend und erweckt in hohem Mass die Gefahr, namentlich Jugendliche zu unbedachten und verfrühten sexuellen Aktivitäten zu verleiten, die sie in Gefahr bringen und die sie später bereuen könnten. Indem sie Menschen als reine „Lustmaschinen“ darstellt, verstösst die Kampagne zudem gegen die ebenfalls in der BV garantierte persönliche Unversehrtheit und Menschenwürde. Das BAG überschreitet und verletzt mit der aktuellen Kampagne ferner seinen Auftrag zur Prävention ansteckender Krankheiten.

Kontraproduktiv und gesundheitsschädigend

Zu frühe, der Person nicht entsprechende oder mit den falschen Partnern erfolgende geschlechtliche Handlungen können nicht nur heftige Reuegefühle auslösen, sondern auch weitergehende psychische Schäden bewirken. Die Kampagne „Love Life – bereue nichts“ zeigt solche Zusammenhänge überhaupt nicht, sondern stellt sexuelle Aktivität per se als erstrebenswert dar und mutiert damit gerade zum Gegenteil dessen, was sie eigentlich sein soll – nämlich eine Präventionskampagne.

Schädigende „Vorbild“wirkung zeigt die Kampagne auch, weil für Jugendliche besonders in der Pubertät das Verhalten von Erwachsenen sehr attraktiv wirkt – schliesslich wollen sie selbst möglichst schnell erwachsen erscheinen und deren Freiheiten erleben. Die Love-Life-Kampagne schafft mit ihrem öffentlich zugänglichen Bildmaterial somit erhebliche Anreize, das dargestellte – und offensichtlich mit einem Kick verbundene – Risikoverhalten der Erwachsenen nachzuahmen. Dies umso mehr, als bekanntermassen die Risikofreude bei Menschen zum Teil bis über das 20. Lebensjahr hinaus grösser ist als später. Somit nimmt die Kampagne auch das Risiko in Kauf, die Zahl der möglichen Ansteckungsopfer um Personen zu erweitern, die risikofreudiger sind als andere und zugleich besonders schützenswert.

Die Kampagne offenbart die versteckten Interessen des BAG

Bereits in der Bewertung der nationalen STOP AIDS-Kampagne von 2005, deren sexuell expliziter Charakter noch viel weniger deutlich ausgeprägt war als derjenige der aktuellen Kampagne Love Life, wurde auf die Gefahr aufmerksam gemacht, dass sexualisierte Bilder in Rivalität zu den eigentlichen Botschaften stehen, die transportiert werden sollen, oder sie sogar gänzlich überdecken können. Umso mehr trifft dies auf die Kampagne 2014 zu, in deren Bildmaterial so gut wie überhaupt keine Präventionsbotschaft mehr sichtbar ist. Dem Publikum werden einzig die freizügigen Sex-Szenen in Erinnerung bleiben.

So skandalös dieser Befund ist, so wenig mag es einen erstaunen, dass ausgerechnet das BAG in Zusammenarbeit mit SEXUELLE GESUNDHEIT Schweiz und der Aids-Hilfe Schweiz derart destruktive Kampagnen lanciert. Ein Blick auf die Aktivitäten des BAG und seiner genannten Partner zeigt, dass Gesundheit und Prävention schon seit Jahren auch als Deckmantel fugieren, die Bevölkerung und – so die Pläne des BAG für die Schule – auch schon Kinder zum ungehemmten Ausleben ihres Sexualtriebes zu animieren.

Die als Unterstützer an dieser Klage beteiligten Organisationen erhoffen sich über die sofortige Beendigung der Love-Life-Kampagne hinaus eine breite gesellschaftliche und politische Diskussion über die komplett falsche und mehr als fragwürdige Ausrichtung des BAG und seiner genannten Partnerorganisationen im gesamten Bereich der sogenannten „sexuellen Gesundheit“.


Statements von Betroffenen (zur freien Verwendung)

„Ich habe mich auf der Seite lovelife.ch informiert. Einerseits warnen Behörden Schüler vor Sexting, und dann machen sie so etwas. Es ist wirklich eine Schweinerei.“ (Mutter von zwei Teenagern)

„Leute, die sich vor der Kamera beim Sex ablichten lassen, haben ein Problem. Dass diese Bilder nun an Bahnhöfen, Kreuzungen, womöglich gar vor Schulhäusern unseren Kindern unter die Nase gehalten werden sollen, ist eine verantwortungslose Schweinerei. Solche Bilder sind für Kinder eine Zumutung, wirken verstörend und stellen auch alle elterlichen Bemühungen, Kindern einen verantwortungsvollen Umgang mit der Sexualität beizubringen, in Frage. Wer etwas anderes behauptet, hat von Kindern und Jugendlichen keine Ahnung.“ (Vater von drei Kindern und Lehrer)

„Es wird echt immer primitiver, was in der Öffentlichkeit geboten wird. Und keiner denkt dabei an die Kinder. Für mich hat das Bundesamt für Gesundheit jede Glaubwürdigkeit verloren! Wer soll da noch Vertrauen haben, dass die Behörden wirklich die Gesundheit fördern und in der Schule sorgfältig mit dem Thema Sexualität umgehen? Stattdessen verharmlosen sie HIV und vermarkten die menschliche Sexualität als billige Ware. Gerade als Frau fühle ich mich durch diese Bilder sehr verletzt.“ (Mutter von drei Kindern)

„Ich finde es schlecht, dass man Jugendlichen sagt, dass sie keine Sex-Filme und Bilder anschauen oder gar machen dürfen, und gleichzeitig starten die Erwachsenen eine Kampagne, in der man genau das tun soll. Super Vorbilder!“ (Jugendlicher, 13 Jahre)